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| Durch das Reich der Tüpfeleule |
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| Vom Kampf um dir letzten Urwälder Nordamerikas |
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| Eine Reportage von Aschi Widmer |
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Eine Reportage, die ich 1991 zum Thema "Abholzung der letzten Urwälder in den USA" geschrieben habe ist mit dem Präsidentenwechsel in den vereinigten Staaten wieder aktuell geworden. Kurz vor der Amtsübergabe von Präsident Clinton an George Bush jr. hat Clinton endlich grosse Teile der verbleibenden Urwälder ausserhalb der Nationalparks unter Schutz gestellt. Das Zahlenmaterial ist nicht mehr aktuell und mit Vorsicht zu geniessen, sicher ist aber, dass in der Zwischenzeit der Raubbau weiterging.
Dass in Südamerika, Afrika und Asien jeden Tag Zig- Quadratkilometer Urwald in Flammen aufgehen oder in hungrigen Holzfabriken enden, weiss inzwischen wohl jedes Kind. Dass die Vereinigten Staaten die letzten 3,3% ihrer verbliebenen Urwälder, ausserhalb der bestehenden Nationalparks, auf dem Altar der freien Marktwirtschaft opfern wollen, stösst - vor allem bei Naturschützern, zunehmend aber auch bei breiten Bevölkerungsschichten des selbsternannten Weltpolizisten - auf Widerstand.
Die Waldreserven der neuen Welt schienen unerschöpflich, als die ersten Siedler in Amerika eintrafen. Mit Feuer und Säge ging man daran, aufzuräumen und Platz zu machen. New York, Pennsylvania, Michigan, Wisconsin, dann folgte Minnesota. Als das billige Rundholz in den Seestaaten langsam zu Ende ging, streckten die mächtigen Holzbarone ihre Hände in Richtung Süden und Westen aus. Innerhalb weniger Generationen gelang den "neuen Amerikanern", wozu die Europäer Tausende von Jahren benötigt hatten und was den Eingeborenen nicht in den Sinn gekommen war: Einen Kontinent zu entwalden.
Durch undurchsichtige Geschäfte luchsten die Holzbarone dem Staat gewaltige Flächen Wald zu Preisen ab, die schon damals nur Bruchteilen des Marktwertes des Holzes entsprachen. Dem größten privaten Waldbesitzer der Welt, dem Weyerhäuser- Konzern gehören heute, allein in den U.S.A., über 24.000 Quadratkilometer Wald. Wobei Wald wohl das falsche Wort für die Baumfarmen ist. Mit den Urwäldern von einst lassen sich die Monokulturen von heute nicht vergleichen.
In einem Land, in dem alles immer grösser, schneller und rentabler sein muss, haben unproduktive, überalterte Wälder mit ihrer Vielfalt von Pflanzen und Tieren keine Existenzberechtigung mehr. Schon wachsen die ersten "geklonten" Bäume auf Versuchsflächen. Die für Krankheiten und Insektenplagen anfällig gewordenen Einheitswälder werden mit Hilfe von Chemie und Dünger geschützt. Lachse und Stahlkopfforellen, deren Laichgründe durch Erosionsschlamm aus Kahlschlägen zerstört sind werden in Brutanlagen künstlich produziert.
Untersuchungsberichte wie jener der Forschergruppe unter der Leitung von Jerry Franklin, die auf das einzigartige Ökosystem in alten Douglaswäldern hinwiesen, verhallten ungehört. Dass die Wissenschaftler schon damals (1981) darauf aufmerksam machten, dass ein Ende der Urwälder ausserhalb der Nationalparkgebiet abzusehen sei und dass Naturschätze zerstört würden, bevor sie erforscht seien, riss niemanden von den Bänken.
1983 tauchten dann zum ersten Mal die Umweltaktivisten von "Earth First" auf. Als sich die amerikanische Umwelt- Elite noch globale Probleme, wie das Abholzen der Regenwälder kümmerte, dabei aber übersah, dass im eigenen Land genau das Selbe geschah, setzten sich die radikalen jungen Umweltschützer auf Forststrassen, ketteten sich an Bäume und rührten einige Amerikaner zu Tränen, als das Fernsehen übertrug, wie die Bäume trotz der tapferen "Girls und Boys" zu Boden stürzten. |
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